Angriff auf den Separatfrieden

8. Oktober 2011 - 19:31 Uhr


(Foto: Alexander von Freedencc by-nc-sa 3.0)

Notizen zum Verhältnis zwischen Kunst und Wissenschaft sowie zu den trans- und interdisziplinären Erfahrungen im Projekt „Sondernutzung“.

Die stetig steigende Komplexität unserer eng vernetzten Welt stellt insbesondere die gegenwärtige Wissenschaft vor ein Dilemma. Auf der einen Seite steht die „Unvermeidlichkeit wissenschaftlicher Arbeitsteilung“ seit jeher fest: Angesichts wachsenden Wissens ist „wissenschaftliches Erkennen notwendigerweise perspektivisch, also vereinseitigend“ (Kaufmann 1987: 64). Dies hat bekanntermaßen eine feine Ausdifferenzierung und disziplinäre Spezialisierung zur Folge, produziert allerdings auch Pfadabhängigkeiten und Scheuklappen- Mentalitäten. Auf der anderen Seite haben komplexe Phänomene wie Armut, Migration oder der Klimawandel offensichtlich vielschichtige und interdependente natur-, sozial-, kultur- und wirtschaftswissenschaftliche Dimensionen (siehe etwa Leggewie/Welzer 2009). Die akuten Herausforderungen unserer Zeit verlangen somit nach fächerübergreifenden Lösungsansätzen. Hochspezialisierte Wissenschaftler laufen jedoch zwangsläufig Gefahr, die Potenziale und Errungenschaften anderer Disziplinen auszublenden. Entsprechend laut ist der Ruf nach Interdisziplinarität, aber auch nach einer verstärkten Öffnung der Wissenschaft gegenüber der Gesellschaft: Es findet sich kaum noch eine wissenschaftliche Konferenz, Publikation oder öffentliche Diskussion, wo diese Notwendigkeit nicht beschworen wird. So ist es kaum verwunderlich, dass auch die aktuelle Forschungsförderung auf interdisziplinäre Kooperation ausgerichtet ist. Die Global Young Faculty (GYF), in deren Rahmen das Projekt „Sondernutzung“ realisiert wurde, bietet ausgewählten NachwuchswissenschaftlerInnen eine Plattform, um „interdisziplinär zu arbeiten“ und somit die fixierten fachlichen Grenzen der Hochschulen zu überwinden (Stiftung Mercator 2011). Weiterlesen »

Kommentieren » | Artikel, Print

„Überraschend solide“

15. Juni 2011 - 18:11 Uhr


(Foto: banger1977/flickr.com | cc by-nc-sa 2.0)

Henning Becker, Absolvent der NRW School of Governance, im Gespräch über seine berufliche Tätigkeit nach dem Studium und die Arbeit der Minderheitsregierung in NRW. Weiterlesen »

Kommentieren » | Interview, Politik, Print

„Die Möglichkeiten werden systematisch unterschätzt“

10. Mai 2011 - 21:08 Uhr


Foto: amy.sept/flickr.com | cc by-nc-sa 2.0)

Christopher Lauer, politischer Geschäftsführer der Piratenpartei und Kandidat für ihren Bundesvorsitz, im Gespräch über das Potential des Internets für die Wissenschaft und die Chancen der Piraten im Superwahljahr 2011. Weiterlesen »

Kommentieren » | Interview, Politik, Print

“Fußballrhetorik zieht immer”

12. November 2010 - 12:05 Uhr


(Foto: hsing_nice/flickr.com | cc by-nc-sa 2.0)

Judith Klose, Internationale Sekretärin der Jusos und Absolventin der NRW School of Governance, im Gespräch über ihre berufliche Tätigkeit nach dem Studium und die Relevanz des Sports in der politischen Praxis.

Weiterlesen »

Kommentieren » | Interview, Politik, Print

Ein Verbot löst sich in Rauch auf

4. Mai 2010 - 10:15 Uhr


(Foto: doka79/flickr.com)

Zigarettenrauch ist höchst giftig, sein „Genuss“ aber gesellschaftlich akzeptiert und auch die Verpestung geschlossener öffentlicher Räume immer noch erlaubt. Wie dieser irrsinnige Gegensatz weiter aufrecht erhalten wird, gerät zum Lehrstück des deutschen Föderalismus.

Wayne McLaren wäre wohl ein scharfer Kritiker des bundesdeutschen Föderalismus – wenn er denn noch leben würde. McLaren, besser bekannt in seiner Rolle als freiheitsliebender Cowboy im Auftrag einer großen amerikanischen Zigarettenfirma, starb mit 51 Jahren an Lungenkrebs, als entschiedener Tabakgegner. Zu seinem späten Erbe gehört wohl auch, dass die Stadt New York City im Frühjahr 2003 – unter einiger Beachtung hierzulande – ihren Bürgern das tödliche Qualmen in allen Bars, Clubs und Restaurants ausnahmslos verbot. Weiterlesen »

Kommentieren » | Artikel, Politik, Print

„Bestimmte Dinge sind in diesem Land überhaupt nicht mehr durchzusetzen“

4. Mai 2010 - 09:18 Uhr


(Foto: Stefan Aust)

Der Journalist Stefan Aust im Gespräch über die mangelnde Reformfähigkeit der Bundesrepublik, fehlgeleitete EU-Subventionen und die Eigenver-antwortung im Luxusurlaub. Weiterlesen »

Kommentieren » | Interview, Politik, Print

Beam me up, Scotty! Föderale Zukunftsvisionen in der Science Fiction

4. Mai 2010 - 08:30 Uhr


(Foto: Heide Prange)

Science Fiction ist weit mehr als eine realitätsferne Spielerei für Nerds, sondern gehört längst zum popkulturellen Kanon. Sie kann zu einem ergebnisoffenen gesellschaftlichen Diskurs einladen, wenn sie aktuelle Probleme auf die Zukunft projiziert und dabei wertvolle Gedankenexperimente unternimmt.

Fiktive Gesellschaftsentwürfe in Film und Literatur scheinen einer ernsthaften Diskussion nicht würdig zu sein – oder doch? Das vergleichsweise einfach gestrickte 3D-Spektakel Avatar von 2009 gilt immerhin als der erfolgreichste Kinofilm aller Zeiten. Und während die Klassiker der Star Wars-Saga auch unter phantasielosen Puristen Kultstatus erreicht haben, erfreut sich das nerdig anmutende Star Trek-Universum aus unzähligen TV-Serien, Computer-Spielen und Romanen anhaltender Begeisterung. Diese Reihe lässt sich endlos fortsetzen, von The Matrix über Orwells 1984 und Huxleys Brave New World bis zu Stanley Kubricks 2001: Odyssee im Weltraum. Sie alle sind dem Genre der Science Fiction zuzuordnen, sie alle haben auf ihre Weise eine enorme kulturelle Bedeutung – und sie alle wagen mehr oder minder realitätsnahe Prophezeiungen, wie unsere Welt in Zukunft aussehen könnte. Vor allem aber sind die genannten Bücher und Filme auch unter politikfernen Zielgruppen extrem populär – was sich von politischen Diskussionen über die gesellschaftliche Zukunft nicht gerade behaupten lässt. Ein näherer Blick lohnt sich also, denn: Implizit, häufig aber auch explizit wird in der Science Fiction immer die Frage thematisiert, welche Organisationsprinzipien zukünftige Gesellschaften prägen könnten. Weiterlesen »

Kommentieren » | Artikel, Politik, Print

Mit ein paar Klicks für eine bessere Welt?

7. Dezember 2009 - 21:02 Uhr


(Foto: Alexander Wurm)

Politischer Protest manifestiert sich zunehmend online – doch den Aktivisten ist bewusst, dass sie ihr Engagement auch offline zur Geltung bringen müssen.

Eine Mail, ein Link, zwei Klicks. Mehr braucht es heutzutage nicht, um sich politisch zu engagieren: gegen Genmais, Atomkraft oder die Bahnprivatisierung. Und das ganz bequem vom Schreibtisch aus – über unabhängige Internetplattformen, die einzelne politisch Aktive mit Gleichgesinnten zusammenführen. Eine der neuen Organisationen, die in jüngster Zeit mit Online-Kampagnen für Aufmerksamkeit sorgen, ist Campact. Ein kleines zehnköpfiges Team aus dem niedersächsischen Verden initiiert unter dem Motto Demokratie in Aktion über das Internet laufend neue Aktionen zu diversen umwelt- und gesellschaftspolitischen Themen und kann dabei per E-Mail auf einen Pool von über 180.000 registrierten Aktivisten zurückgreifen – mit schnell wachsender Tendenz. Weiterlesen »

Kommentieren » | Artikel, Politik, Print

„Eine völlig andere Situation“

7. Dezember 2009 - 17:27 Uhr


(Screenshot: WhiteHouse.gov am 05. Mai 2010)

Der Gießener Politikwissenschaftler Christoph Bieber im Interview über die Online- Regierungskommunikation Barack Obamas, Herausforderungen für die deutsche Politik sowie die langfristigen Chancen der Piratenpartei. Weiterlesen »

Kommentieren » | Interview, Politik, Print

Yes, he still can

7. Dezember 2009 - 16:16 Uhr


(Foto: Alexander Wurm)

Barack Obama sucht auch im Amt den direkten Kontakt zu seinen Bürgern: Im Namen einer transparenten Regierungsführung, aber auch zur Durchsetzung seiner umstrittenen politischen Vorhaben.

„Dear Susan, I need your voice on health care.“ Susan Danes ist 43 Jahre alt, alleinerziehende Mutter von drei Kindern, wohnt in Hartford im US-Bundesstaat Connecticut und hat einen Teilzeitjob in der Buchhaltung eines Großhändlers für Autoersatzteile. Sie klickt auf den Link in der E-Mail, die ihr Präsident Barack Obama gerade geschickt hat und gelangt so zum Health Care Action Center, einem interaktiven Portal auf der Webseite MyBarackObama.com. Dort wird sie von einem eindringlichen Video-Appell ihres Präsidenten begrüßt: Eine umfassende Reform des Gesundheitssystems ist längst überfällig, so Obama. Eine Vielzahl von Optionen stehen ihr offen – nach Eingabe ihrer Postleitzahl etwa erscheinen die Telefonnummern der Kongressabgeordneten aus Hartford, mit einem Klick wird Susan über Skype mit einem der Büros verbunden. Ein detailliertes Skript mit zahlreichen Argumenten für die geplante Reform auf dem Bildschirm vor ihr führt sie durch das Gespräch, am Anfang der deutliche Hinweis „Be polite, respectful and clear“. Nach einem kurzen, aber intensiven Wortwechsel mit der Mitarbeiterin des konservativen Abgeordneten, in dem sie deutlich ihre uneingeschränkte Unterstützung zu den Reformplänen des Präsidenten zum Ausdruck bringt, tippt Susan anschließend noch ein kurzes Feedback zu ihrem Gespräch in ein selbsterklärendes Datenbankformular ein und lehnt sich zufrieden zurück. Weiterlesen »

Kommentieren » | Artikel, Politik, Print