Ohrwurm of the day

Dekker – Let’s Pretend

Positiv gestimmter Indie-Folk-Pop gegen den (Post-) Pandemie-Schmerz.

Der heutige Ohrwurm ist eine ganz andere, viel ruhigere Nummer als die Latin-Pop-Bombe von Rosalía aus der vergangenen Woche – Ausweis meines eher undefinierten-Slash-wahllosen Musikgeschmacks? Anyway, wir sind in Indie-Folk-Pop-Gefilden gelandet, mit dem Track „Let’s Pretend“ eines mir bis dahin unbekannten Künstlers namens Dekker. Sachtes Gitarrenspiel, moderates Tempo, ein uplifting Gesangspart – Bon Iver fällt mir (und anderen) als Vergleich ein.

Worum geht’s? Offenbar über die Überwindung gegenwärtiger Herausforderungen und darüber, das Beste aus unserer gemeinsamen Zeit zu machen, indem wir präsent sind und manchmal sogar nur so tun, als ob. Der Künstler sagt selbst über den Song:

Ich habe den Song [Let’s Pretend] während einer der vielen Corona-Lockdowns geschrieben, die wir in England hatten. Ich habe versucht, Songs zu schreiben, die meine Tochter zum Tanzen inspirieren könnten. Sie ist sieben und lässt sich nicht so leicht von den Folk-Songs ihres Vaters beeindrucken. Außerdem brauchten wir in jenen Tagen keine Melancholie im Hause Dekker. Wir brauchten Tanz und Freude. Seitdem haben wir zu diesem Lied Löcher in den Küchenboden getanzt. Uns macht der Song Freude, ich hoffe, er gefällt euch.

DEKKER (via Altitude.com, eigene Übersetzung)

Aus eigener Beobachtung weiß ich, dass Kindern es wirklich viel Spaß bereitet, so zu tun, als wäre der Boden sauheiß: „Let’s get up, let’s pretend / That the floor is made of lava“. Der Song ist auf jeden Fall eine positive Nummer und hebt meine Stimmung angesichts ständiger Überarbeitung und Weltschmerz. Dekkers Konzert in der Berliner Berghain-Kantine vor ein paar Tagen habe ich leider knapp verpasst, aber vielleicht kommt er ja bald noch einmal vorbei.

Ein Musikvideo zu „Let’s Pretend“ scheint es (noch) nicht zu geben, aber dafür ein sympathisches Yoga-im-Park-Video zum ebenfalls sehr empfehlenswerten Track „Maybe October“. Hier auf Bandcamp gibt es das ganze Album mit dem Titel „I Won’t Be Your Foe“.

über

Alex von F. ist ein Grafik-Designer und Web-Entwickler. Ursprünglich ein Düsseldorfer Jong, heute in Berlin-Schöneberg ansässig.

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