Es ist eine Weile her, seitdem ich hier den letzten Ohrwurm of the Day gezeigt habe, aber seit Tagen läuft bei mir ein neuer Track auf Rotation, und diese Begeisterung soll hier auch dokumentiert werden. Es ist der Titel „Was Es Braucht“ von Trettmann (auf Spotify).
Nachdem ich vor einigen Jahren ziemlich viel „Tretti“ gehört hatte – vor allem in der Zeit der drei Kitschkrieg EPs und der Alben „#DIY“ und auch noch dem selbstbetitelten „Trettmann“ – war ich dann zuletzt nicht mehr ganz so restlos begeistert wie zuvor. Auch das 2023 erschienene Album „Insomnia“ hatte noch einige Highlights zu bieten, mein Lieblingsmoment dem Kontext ist wahrscheinlich die Live-Version von „Gekreuzte Finger“ mit Paula Hartmann auf dem Splash 2023. Aber so ganz hatte mich der „Vibe“ dann nicht mehr „gecatcht“, um es im für Trettmann typischen Denglisch auszudrücken.
Aber jetzt kam dieses ruhige, eigentlich wenig spektakuläre „Was Es Braucht“ um die Ecke, und ich bin wieder voll gehooked. Erzählt wird die Geschichte einer sich eigentlich in Auflösung befinden Beziehung: „Koffer schon gepackt, ja, war’n schon ma‘ da / Drei Sekunden null auf hundert, beide under di Rum“. Doch ohne einander scheint es auch nicht zu gehen: „Ohne dich – keine Option”, alte Nickeligkeiten werden liebgewonnen: „Lieb‘ die Dinge an dir, die mich ma‘ getriggert hab’n”, und es wird das Versprechen eingangen, für die Angesprochene da zu sein: „kannst dich auf mich verlassen“ und „Im Hoch, im Down / Was immer es auch braucht / Ich bin around“. Sogar einen etwas verklausulierten Antrag gibt es am Ende: „Wenn du magst, Hun, mach‘ dich zu meiner Madame“. Also doch die große Liebe, in guten wie in schwierigen Zeiten?
Die Hook im schönsten Denglish geht mir auf jeden Fall nicht mehr aus dem Kopf:
„Was immer es auch braucht
Im Hoch, im Down
Was immer es auch braucht
Ich bin around“
Musikalisch getragen wird das ganze von einem ziemlich zurückhaltenden Beat, der trotzdem nicht den nötigen Bass und Druck vermissen lässt, ergänzt um eine einfache Synthie-Melodie und, ja, zum Ende hin prominent werdende Streicher. Eine ganze Riege von Produzenten zeichen sich dafür verantwortlich: Federführend war wohl Florida Juicy, der mir vor allem von Erotik Toy Records und seiner Zusammenarbeit mit verifiziert ein Begriff ist. Weinliebhaber Dexter hat offebar auch seinen Senf beigesteuert, zusammen mit drei mir bislang Unbekannten: vekst, Levin Dennler und Greedo.
Erwähnung finden muss das großartige und gleichfalls unspeaktuläre Musikvideo, das den Interpreten vor eher düster-melancholischen Kulissen, aber in farblich stets passender Kleidung zeigt – und beim Wäsche abholen aus der Textilreinigung. Produziert wurde das Video von Club16 und Silkrock, und laut Abspann auf analogen Filmmaterial gedreht, was den leichten Grain-Effekt und die schönen gedeckten Farben erklären könnte? Ich habe keine Ahnung davon, aber es sieht super aus und passt einfach.
Also, genau geschärmt, hier ist das Video. Bin gespannt, was bei Trettmann demnächst noch so kommt!
Foto von Julian Zwengel auf Unsplash
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